Bildungsangebote gemeinsam entwickeln – Bedarfserhebung als Grundlage für kommunale Bildungsarbeit
Welche Bildungsangebote wünschen sich die Menschen in einer Gemeinde? Welche Themen interessieren unterschiedliche Altersgruppen? Und welche Formate werden tatsächlich genutzt?
Bildungsgemeinderätinnen und Bildungsgemeinderäte spielen eine entscheidende Rolle dabei, Bildungsangebote in ihrer Gemeinde bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Eine wichtige Grundlage dafür ist es, die Interessen und Wünsche der Bevölkerung sichtbar zu machen.
Die Aufgabe im Überblick
Bildungsgemeinderätinnen und Bildungsgemeinderäte:
- erkennen und erheben Bildungsbedarfe in der Gemeinde
- vernetzen Bildungsakteurinnen und Bildungsakteure
- unterstützen lokale Anbietende bei der Entwicklung neuer Angebote anhand der Erhebung
Eine Bedarfserhebung kann dabei helfen, Bildungs- und Kulturangebote gezielt an den Interessen der Bevölkerung auszurichten.
Gelungenes Beispiel aus der Bildungsgemeinde Droß
Sandra Steininger, Bildungsgemeinderätin in Droß, setzte gemeinsam mit der BGR-Servicestelle des BhW Niederösterreich einen Schwerpunkt auf die Frage, welche Bildungs- und Kulturangebote sich die Bevölkerung vor Ort wünscht. Bereits im Beratungsgespräch wurde deutlich, dass es ihr wichtig ist, Bildungsangebote aktiv mitzugestalten und neue Impulse in der Gemeinde zu setzen.
Darauf aufbauend wurde eine Bildungsbedarfsanalyse durchgeführt. Die Ergebnisse zeigten großes Interesse an:
- Gesundheit und Bewegung
- Kreativität und Gestalten
- Umwelt und Nachhaltigkeit
- Kunst- und Kulturangeboten
Besonders gefragt waren kompakte Abendformate mit Begegnungscharakter – etwa Vorträge, Workshops oder Kulturveranstaltungen.
Die Analyse machte außerdem sichtbar, dass viele Menschen Kulturangebote außerhalb der Gemeinde nutzen. Gleichzeitig zeigte sich großes Potenzial, Angebote direkt vor Ort weiterzuentwickeln.
„Mir ist wichtig, Bildungsangebote nicht nur zu planen,
sondern gemeinsam mit den Menschen in der Gemeinde erlebbar zu machen.“
Sandra Steininger, Bildungsgemeinderätin in Droß
Auf Basis der Ergebnisse konnten konkrete Ideen und nächste Schritte für die Bildungs- und Kulturarbeit in Droß entwickelt werden.
Warum dieses Beispiel gut funktioniert
- Bedarfe werden sichtbar gemacht
Entscheidungen können auf Basis konkreter Rückmeldungen getroffen werden. - Die Bevölkerung wird aktiv eingebunden
Menschen erleben, dass ihre Interessen ernst genommen werden. - Bildung wird strategisch gedacht
Angebote entstehen nicht zufällig, sondern orientieren sich an den Bedürfnissen vor Ort. - Kooperationen werden erleichtert
Ergebnisse bieten eine gute Grundlage für Gespräche mit Bildungsanbietenden und Vereinen.
Damit entsteht Bildungsarbeit, die nah an den Menschen ist und langfristig zur Lebensqualität in der Gemeinde beiträgt.
Übertragbarkeit in die eigene Gemeinde
Eine Bedarfserhebung kann bereits mit einfachen Mitteln umgesetzt werden:
- Online- oder Papierfragebogen
- Gespräche mit Vereinen und Bildungsanbietenden
- Austausch bei Veranstaltungen oder Gemeindeterminen
- Kooperation mit der BGR-Servicestelle des BhW Niederösterreich
Wichtig ist vor allem, die Ergebnisse sichtbar zu machen und daraus konkrete Maßnahmen abzuleiten.
Tipp: Die Servicestelle für Bildungsgemeinderätinnen und -räte unterstützt mit passgenauen Tools und Beratung bei der Erhebung von Bildungsbedarfen in der Gemeinde - die Bandbreite reicht von digitalen Tools über Fragebögen bis hin zur Befragung von Fokusgruppen. Darüber hinaus werden gemeinsam konkrete Bedarfe abgeleitet, zur Berichterstattung im Gemeinderat aufbereitet und Maßnahmen zur Umsetzung etabliert.


