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Kaffee im Dunkeln – oder: Wie riechen Farben?

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, wie blinde Menschen sich Farben vorstellen? Das BhW Niederösterreich kommt mit dem Angebot „Kaffee im Dunkeln“ in NÖ Gemeinden und ermöglicht so, sich in das Leben eines blinden Menschen hineinzuversetzen.

„In meinem Beruf als Expertin für Barrierefreiheit merke ich oft, dass auf sehbeeinträchtigte und blinde Menschen in ihren barrierefreien Umsetzungen schlicht und einfach vergessen wird. Barrierefreiheit wird gleichgesetzt mit rollstuhlgerecht, doch sehbehinderte Personen haben ganz andere, wenn nicht sogar gegensätzliche Anforderungen an die Umwelt“, erklärte Projektleiterin Birgit Masopust. Deshalb ist diese Sensibilisierung nicht nur spannend und unterhaltsam, sondern auch notwendig.

Unterstützt wird „Kaffee im Dunkeln“ von zwei blinden Damen vom Verein Blickkontakt. Gemeinsam betreuen sie die Gäste, kassieren, schenken Kaffee und Wasser nach und bereiten Tee zu. Die TeilnehmerInnen sind eingeladen, Fragen ohne Scheu an sie zu stellen. Ehrenpräsidentin und Leitung Bildung des Vereins Blickkontakt Silvia Oblak beantwortet Fragen geduldig und unterhaltsam. Auf die wohl am häufigsten gestellte Frage „Wie stellen Sie sich Farben vor?“ erzählt sie gern: „Wenn ich im Gras liege und den Duft einer wunderbaren Wiese einatme – so stelle ich mir grün vor.“

Begeistert sind die Rückmeldungen der Teilnehmenden an einem Kaffee im Dunkeln: „Ich kann dieses Erlebnis jeden ans Herz legen. So wie blinde Menschen Hilfe von uns Sehenden benötigen, wenn sie an einen unbekannten Ort kommen, so war ich froh die beiden blinden Damen an meiner Seite in der Finsternis zu haben.“

Einmal blind zu sein ist eine Erfahrung, die wichtig ist um die Bedürfnisse der sehbeeinträchtigten Menschen zu verstehen und sie bei diversen Umsetzungen miteinzubeziehen. Rund 318.000 Personen in Österreich leben mit einer Sehbeeinträchtigung, das ist die dritthäufigste genannte Beeinträchtigung. Rund 3.000 Personen davon sind blind.

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