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Keine Angst vor der Barrierefreiheit

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Das Wort Barrierefreiheit löst bei den meisten Entscheidungsträgern die Furcht vor hohen Kosten und komplizierten Lösungen aus. Die Mythen, dass die Umsetzungen viel zu teuer sei oder gar nicht umsetzbar, sind weit verbreitet. Fakt ist, dass es schon lange gesetzliche Bestimmungen gibt, die Barrierefreiheit vorschreiben. Barrierefreie Gebäude und Außenanlangen zu ermöglichen ist weder schwer noch kostspielig. Überlegtes Planen und fachkundige Beratung helfen Ihnen dabei, eine bauliche Umgebung zu schaffen, die auch von allen Menschen nutzbar ist. Schon kleine Maßnahmen haben eine große Wirkung.

Schon seit einigen Jahren gelten in Österreich Gesetze zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Hier spielt auch die bauliche Barrierefreiheit eine sehr große Rolle. Alle öffentlichen Gebäude und Außenanlagen müssen barrierefrei zugänglich sein. Davon profitieren nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern auch viele weitere Personengruppen mit eingeschränkter Beweglichkeit.

Obwohl fehlende Barrierefreiheit Schadensersatzforderungen nach sich ziehen kann, wurden viele Maßnahmen noch immer nicht umgesetzt oder vielleicht noch nicht einmal in Erwägung gezogen. Gründe hierfür sind auch folgende zwei Mythen, die leider nach wie vor weit verbreitet sind:

1. Barrierefreiheit ist viel zu teuer.
2. In alten Gebäuden ist die Umsetzung der Barrierefreiheit bestimmt nicht möglich.

Überlegtes Planen und Bauen spart Kosten und Arbeit

Eine Studie des Deutschen Städte- und Gemeindebundes hat ergeben, dass der zusätzliche Kostenaufwand für Barrierefreiheit nur 0,35 % bis 1% der Gesamtbaukosten beträgt. Lassen Sie sich also schon bei der Planung fachkundig beraten. Dadurch sparen Sie sich Kosten und auch Zeit, um die Barrierefreiheit nachträglich zu gewährleisten.

Aber was tun, wenn ein bereits vorhandenes Gebäude nicht barrierefrei ausgestattet ist? Auch hierfür können Sie fachliche Beratung und auch Förderungen erhalten. Das BhW Niederösterreich berät Sie gerne bei Neubauten aber auch bei Zu- und Umbauten.

Ist eine 100%ige Barrierefreiheit möglich?

So viel sei schon jetzt verraten: Eine 100%ige Barrierefreiheit ist leider nicht möglich. Je nach Art der Behinderung gibt es unterschiedliche bauliche Anforderungen, die manchmal sogar kollidieren. Doch es können geeignete Kompromisse gefunden werden.

Ein Beispiel: Rollstuhlfahrer/innen benötigen idealerweise niveaulose Übergänge ohne Gehsteigkanten oder Stufen. Blinde Personen, die sich mit Hilfe ihres Blindenstocks zurechtfinden, sind hingegen auf Ecken und Kanten angewiesen. Was tun? In diesem konkreten Beispiel wurde folgernder Kompromiss eingegangen: Übergänge dürfen laut ÖNORM B 1600 maximal 3 cm hoch sein. Dieses Maß ist für beide betroffenen Personengruppen tragbar.

Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung

Viele Menschen haben nach wie vor großen Respekt vor dem Wort Barrierefreiheit. Manche schrecken sogar davor zurück. Doch oft sind es kleine Veränderungen, die eine große Wirkung erzielen. Im Folgenden stellen wir Ihnen zwei Maßnahmen vor, die mit minimalen Kosten umgesetzt werden können.

Maßnahme 1:

Im Bild sehen Sie einen Briefkasten, der in einer niederösterreichischen Gemeinde an einer Mauer direkt neben einer Straße befestigt ist. Für die meisten ist dieser Anblick vollkommen in Ordnung. Jedoch ist hier zu beachten, dass der Standort in einer Kurve nicht optimal gewählt wurde. Menschen mit Sehbehinderung können sich hier verletzen. Zudem ist der Gehsteig zu eng und nicht normgerecht.  Das BhW Niederösterreich empfiehlt, den Briefkasten an einem übersichtlichen Ort zu montieren. Die Höhe des Einwurfschlitzes soll dabei so gewählt werden, dass dieser auch von Rollstuhlfahrer/innen, kleinwüchsigen Menschen und Kindern mühelos erreicht werden kann.

Maßnahme 2:

Glastüren können mitunter sehr schick und freundlich wirken. Jedoch ist nicht immer sofort sichtbar, ob die Tür offen oder geschlossen ist. Oder hätten Sie sofort erkannt, auf welchem der beiden Fotos die Tür offensteht? Für sehbeeinträchtigte Menschen sind Glastüren und weitere Glasflächen oft eine unsichtbare Barriere. Diese kann jedoch sehr schnell und kostengünstig behoben werden. Kontrastreiche Markierungen lösen das Problem. Die ÖNORM B 1600 bietet hierzu eine genaue Anleitung. Sie können sich bei der Glasmarkierung auch kreativ ausleben. Verwenden Sie zum Beispiel Ihr Firmenlogo als Markierung. Dies ist laut ÖNORM zulässig und dient als zusätzliche Kommunikationsmaßnahme für Ihren Betrieb.

Weitere kurz-, mittel-, und langfristige Maßnahmen erörtern wir gerne bei persönlichen Beratungen. Unsere Mitarbeiter/innen besitzen neben dem fachlichen Wissen auch das sogenannte „geschulte Auge“, um bestehende Barrieren schnell zu erkennen.  Bei unseren Lösungsvorschlägen zur baulichen Barrierefreiheit gehen wir selbstverständlich auf Ihre individuelle Situation und Ihre persönlichen Möglichkeiten ein.

Unsere Beratungsangebote finden Sie hier: www.bhw-n.eu/projekte/barrierefrei/angebote.html

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