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Talk im Turm ging online und Menschen aus ganz Niederösterreich waren dabei

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„Gehen Sie schwierigen Situationen nicht aus dem Weg, andernfalls können Sie sich nicht weiterentwickeln.“ fasst Kriminalpsychologe Dr. Thomas Müller den Umgang mit Krisen zusammen. Das BhW Niederösterreich lud ihn und Yasmo, Rapperin und Slampoetin, zum diesjährigen Talk im Turm online ein.

Der Talk im Turm des BhW Niederösterreich findet normalweise im St. Pöltner Klangturm statt und verwandelt diesen einmal im Jahr zum BhW Bildungsturm. Diesmal ging das BhW Niederösterreich online und verwandelte gemeinsam mit über 100 Zuschauerinnen und Zuschauern viele Wohnzimmer in Niederösterreich in Bildungstürme.

Viel nachgedacht wurde in diesen Bildungstürmen über ein Wort, das nicht erst seit Frühling dieses Jahres in aller Munde ist: Die Krise. „Unser Jahrzehnt scheint geprägt von Krisen – ob es die Bankenkrise, die Flüchtlingskrise, die Klimakrise, jetzt die Corona-Krise oder die persönliche Krise ist, dieser Begriff ist sehr präsent in unserem Sprachgebrauch. Wir verbinden ihn mit Machtlosigkeit, Fremdbestimmtheit und Hilflosigkeit.“ leitet Therese Reinel, Geschäftsführerin des BhW Niederösterreich, in die Speedreferate ein. Aus sehr unterschiedlichen Perspektiven zogen die Speedreferenten Dr. Thomas Müller und Yasmin Hafedh aka Yasmo ihre Schlussfolgerungen. Sie zeigten, wie wir Krisen erleben und welche Handlungsspielräume wir uns aus der Hilflosigkeit wieder zurückerobern können.

Müller: Die Säulen der Krisenbewältigung

Kriminalpsychologe Dr. Thomas Müller hebt die psychologischen Gesetze hinter Krisen hervor. Aus ihnen entstehen die Säulen zur Bewältigung von Krisen: Weiterentwicklung, Perspektivenwechsel, Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Kommunikation. Wer erkennt, aus welchen Bausteinen eine Krise besteht, kann auch lernen mit ihr umzugehen. Ein Perspektivenwechsel kann dabei helfen, Ängste zu bezwingen und so an ihnen zu wachsen.

Eine wichtige Rolle spielt auch die Kommunikation. Menschen wünschen sich eine klare und offene Kommunikation. Im Weg stehen kann uns dabei unser eigenes Ego. Nehmen wir uns selbst zu wichtig, werden uns Dinge und Vorstellungen – und auch die eigene Angst – viel zu groß. In der anschließenden Fragerunde brachte ein Zuhörer den Humor ins Spiel, der – so er nicht in Zynismus kippt – ein wichtiges Instrument gegen die Angst ist.

Yasmo: „Bausteine von zuhause, die Zugänge erleichtern, hatte ich nicht“

„Prekariat und Karat“, so der Titel ihres letzten Albums, thematisiert die vielen Widersprüchlichkeiten unserer Gesellschaft, die hineingestoßen wurde in die Corona-Krise. Eine Krise, die Kunst und Kultur mit sich riss und veränderte. Künstlerinnen und Künstler tauschten die Bühne gegen das Internet.

Das Internet bot gerade in der aktuellen Krisensituation viele Möglichkeiten. Auf einer anderen Ebene betrachtet, leitete es auch einen Demokratisierungsprozess für Kunst und Kultur ein. Jede und jeder kann sich und seine Kunst einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen, kann viral gehen. „Wir sind Regisseurinnen und Regisseure unserer Öffentlichkeit.“ betont Yasmo.

Aus einer Arbeiterfamilie kommend, interessierte sie sich schon immer für Kunst und Kultur, auch wenn der Zugang für sie keine Selbstverständlichkeit war. „Oft bekommt man Bausteine von zuhause mit, die einem Zugänge erleichtern. Diese Bausteine hatte ich nicht.“

Erwachsenenbildung in Corona-Zeiten

Landesrat Ludwig Schleritzko eröffnete in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner den Talk im Turm online. Er betonte die Lernfähigkeit als wichtige Kompetenz in der Bewältigung von Krisen. Gerade die letzten Wochen waren auch herausfordernd für das BhW Niederösterreich, dem es ein Anliegen war, die Kurse der Basisbildung aufrecht zu erhalten, Menschen in der sozialen Isolation zu erreichen oder unterhaltsame Lese.Bastel.Angebote für Familien im Homeschooling zu erstellen.

Die Vorsitzende des BhW Vereins Bettina Rausch ergänzte: „Die Stärke des BhW ist es, dass unsere Ehrenamtlichen in den Gemeinden sind und dass wir spüren können, was die Menschen vor Ort brauchen. In der Corona-Krise haben die Bildungsehrenamtlichen Nachbarschaftshilfe umgesetzt, Info-Zettel verteilt oder sich ausgetauscht, wie sie mit ihren Veranstaltungen online gehen können.“

Gerade diese regionale Einbindung der Bildung ist es, die Mut macht. Martin Lammerhuber, Geschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich verweist auf die Deklaration „Region braucht Kultur, Kultur braucht Region“, in der es um das Kleine, das Unmittelbare geht. „Kultur und Bildung ist in jeder der 573 Gemeinden Niederösterreichs zuhause.“ so Lammerhuber.

Talk im Turm online brachte so einen spannenden Bildungsnachmittag den Zuhörerinnen und Zuhörern direkt nach Hause.

vlnr. Martin Lammerhuber, Geschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich, Landesrat Ludwig Schleritzko, Geschäftsführer des BhW Niederösterreich Andreas Schuhmann und Therese Reinel, Kriminalpsychologe Dr. Thomas Müller - © Daniela Matejschek

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