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Bee_Com[e]-Module in NÖ erfolgreich abgeschlossen

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Menschen, die über einen längeren Zeitraum nicht berufstätig sind, stehen bei einem Wiedereinstieg ins Berufsleben vor vielen Herausforderungen. Das Projekt Bee_Com[e] der Basisbildung im BhW Niederösterreich begleitete über ein Jahr lang Frauen, um einen beruflichen Wiedereinstieg zu erleichtern. Oft sind Kenntnisse aus einem vorher schon einmal ausgeübten Beruf nicht mehr aktuell oder die Teilnehmerinnen wünschen sich, in einem anderen Beruf Fuß zu fassen. „Daher galt es zunächst herauszufinden, welche Fähigkeiten die Frauen heute auszeichnen. Dabei ging es natürlich auch um Wünsche und Vorstellungen, sowie ein Überprüfen der eigenen Fähigkeiten beim Blick auf die aktuellen Anforderungen des Arbeitsmarkts“, erklärt Therese Reinel, Geschäftsführerin im BhW Niederösterreich. Gemeinsam wurde im Projekt ein individueller Weg zurück in einen Beruf oder eine Weiterbildung aufgezeichnet.

Die Teilnehmerinnen lernten, (er-)arbeiteten, gestalteten – ja, lachten und weinten auch - ein Jahr lang miteinander. „In drei Modulen über jeweils 3 Wochen mit 15 Wochenstunden gelang eine intensive Weiterentwicklung der Teilnehmerinnen“, erklärt Christine Spindler, Leiterin der Basisbildung im BhW Niederösterreich. Das gemeinsame „Studienjahr“ schweißte zusammen - das kennt jede und jeder, die/der zu einem Alumni-Klub gehört.

Lernräume der Erwachsenenbildung – auch digital

„Das Besondere an diesem Frauenförderprojekt ist, dass sich die Teilnehmerinnen auch Lernräume außerhalb gewöhnlicher Klassenräume erschlossen haben. Dafür wurde ein gemeinwesenorientierter Ansatz gewählt“, fasst Brigitte Schönsleben-Thiery, Lernbegleiterin der Basisbildung im BhW zusammen.

Die ersten Module fanden im Haus der Regionen der Volkskultur NÖ in Krems statt. In das Lernen wurde die Umgebung und die Stadt Krems einbezogen.

Schon bald zwang der erste Corona-Lockdown Teilnehmerinnen und Trainerinnen ins Distance Learning. „Wir waren sehr erstaunt darüber, wie alle Teilnehmerinnen, die zu diesem Zeitpunkt erst wenige Schritte in Zoom gemacht hatten, diese Umstellung mit Bravour gemeistert haben“, freut sich Edith Gruber, Lernbegleiterin der Basisbildung im BhW Niederösterreich. So konnten die Teilnehmerinnen auch ihre digitalen Kenntnisse auf beeindruckende Weise verbessern.

Das dritte Modul fand im mittelalterlichen Fellnerhof in der Kremser Innenstadt statt und bot damit eine fabelhafte Studier-Atmosphäre.  Das Distance Learning im zweiten Lockdown machte die Teilnehmerinnen versiert im Umgang mit Videokonferenz-Methoden, Break-out-Sessions, Bildschirm teilen, Kommentieren auf dem Whiteboard, Edu-Pad und Padlet. Es stärkte sie vor allem auch darin, alle Herausforderungen mit Motivation und Durchhaltevermögen zu meistern.

Erster Meilenstein: Bee_Basic

Den Anfang in diesem umfassenden Förderprojekt machte das erste Modul „Bee_Basic“ mit den klassischen Basisbildungsinhalten: Deutsch lesen, schreiben, sprechen und verstehen, Rechnen, Englisch in Grundzügen und digitale Anwendungen im Alltag wurden in den großen Themenfeldern Gesundheit, Ernährung, politische Bildung, Wohnen und Finanzen und Berufsbilder aufbereitet. Das Einbeziehen des Gemeinwesens wurde durch Exkursionen in den öffentlichen Raum, unter anderem in eine Bibliothek, auf die MS Wissenschaft zum Thema Künstliche Intelligenz, zu einer Imkerei und ins Landesmuseum umgesetzt. Flankiert wurden diese Themenfelder durch kulturelle und künstlerische Angebote - angefangen von Stimmbildung über kreatives Gestalten bis hin zu Bewegung von Yoga bis Tanz zur Verbesserung der Körperwahrnehmung. Mit einer soliden Basis an Grundkenntnissen, Wissbegierde und Lernfreude schufen sich die Teilnehmerinnen ihren ersten persönlichen Meilenstein.

Zweiter Meilenstein: Bee_Experience

Bee_Experience war ebenso nach den exklusiven Vorgaben des Projekts organisiert: Einbindung der Zivilgesellschaft durch Exkursionen und Gastreferentinnen, Bewegung, kulturelle Bildung und Ermutigung der Teilnehmerinnen, selbst als Wissensvermittlerinnen zu agieren.

Lernfeld-Schwerpunkt war die Computerbeherrschung (IKT). Für manche Teilnehmerinnen von Null weg, für andere schon als Vertiefung von vorhandenem Wissen - für alle mit dem Ziel der PC-Start-Prüfung der Österreichischen Computer Gesellschaft. Zum Zeitpunkt der PC-Start-Prüfung befand sich der Kurs bereits wieder im Distance Learning – umso mehr freute es alle, dass die Teilnehmerinnen die nun online-durchgeführte Prüfung mit Bravour bestanden.

Aufbauendes Lernen und intensive Arbeit an den sogenannten „Soft Skills“ wie personale und sozial-kommunikative Kompetenzen in Teamarbeit und interkulturellem Austausch, aber auch EDV-Fachwissen und Lernprozessreflexion sind in diesem Modul zur allergrößten Freude der Teilnehmerinnen und Trainerinnen besonders gelungen.

Das erste Mal profilierten sich die Teilnehmerinnen als Wissensvermittlerinnen in einem Online-Lernlabor zum selbstgewählten Thema „Empowerment - wie gelingt geschlechtersensible Erziehung in Zeiten der Gleichstellung“.

Bei einem Besuch im Albert-Schweitzer-Haus lernten die Teilnehmerinnen im Zuge eines interkulturellen Tanzworkshops die Teilnehmerinnen des Schwesternkurses der Diakonie in Wien kennen.

Dritter Meilenstein: Bee_Work

Das Modul Bee_Work startete im September 2020 bereits unter dem coronabedingten Damoklesschwert „Distance Learning“ und alle Teilnehmerinnen bereiteten sich mit einem Blitzeinstieg bzw. Wiederholung in Zoom auf einen möglichen zweiten Lockdown vor.
Bee_Work stand ganz im Zeichen der Berufsorientierung in der kritischen Auseinandersetzung mit Themen wie „typisch“ männlichen oder weiblichen Berufen, dem österreichischen Arbeitsmarkt, Jobsuche, Jobannoncen verstehen und Jobanforderungen mit den eigenen Kompetenzen und Qualifikationen abgleichen. Bewerbungstrainings, persönliche Kompetenzerarbeitung, Potentialentfaltung und Persönlichkeitstraining waren weitere Themen, die den Blick für die persönliche Berufs- und Entwicklungsbiografie schärften.

Eine große Rolle dabei spielten wieder die flankierenden Inhalte mit Kreativ-Ansätzen: Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken durch Malen, Stimm- und Atemtraining sowie Körperwahrnehmung durch Bewegung.
Ein großer Filmworkshop vermittelte nicht nur die praktische Erfahrung sämtlicher Berufe vor und hinter der Kamera, sondern auch die intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Lerngeschichte. Im Rollenspiel zeigten sich unerwartete Talente und viel Spaß.

Als Wissensvermittlerinnen traten die Teilnehmerinnen von Bee_Work im Online-Talente-Bazar auf und präsentierten nicht nur praktisches Wissen, sondern auch ihre geläufige Handhabung moderner Präsentationstechniken in Online-Veranstaltungen.
Der dritte und damit letzte Meilenstein verabschiedete die Teilnehmerinnen mit profundem Wissen über Berufe, Jobsuche, Bewerbungsstrategien, einer persönlichen Kompetenzbeschreibung und einem Lebenslauf im EUROPASS-Format.

Handbuch mit Erkenntnissen und Erfolgen entsteht

Das Projekt Bee_com[e] ist auch als Entwicklungsprojekt für die Basisbildung zu verstehen. Neue Ansätze konnten erprobt, Materialien und Themen entwickelt werden. Alle neuen Methoden, Inhalte und Vermittlungsformate werden zum Abschluss des Projekts in ein Handbuch für Basisbildner/innen zusammengefasst.

Die Basisbildung im BhW Niederösterreich blickt auf eine langjährige Expertise in der Förderung von Menschen mit Basisbildungsbedarf. In fast jedem Bezirk in Niederösterreich werden geförderte Kurse für Menschen mit geringen Lese- und Schreibkompetenzen sowie zur Vermittlung einer Grundbildung in Mathematik, Englisch und digitalen Kompetenzen angeboten.

Das Projekt Bee_com[e] wird gefördert durch den Europäischen Sozialfonds und das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung.

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