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Werte schaffen Wertigkeit

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Bei der BhW-Zukunftsenquete am 19.11.2016 in St. Pölten widmete man sich der Neuausrichtung unter dem Motto „Bildung hat Wert“.

„Wer rastet, der rostet", so lautet ein einfaches Sprichwort. Das trifft nicht nur für die körperliche Fitness zu, sondern auch für geistige Kapazitäten. Die ständige Fortbildung und Weiterentwicklung sind für die eigene Persönlichkeit zukünftig von immer größerer Bedeutung. Es geht um das Lernen für die Zukunft, um das Aneignen von Wissen und um das Erlangen von Kompetenzen. Damit erreicht man neue Sichtweisen.

Bildung hat Wert

„Wenn Wertschätzung gegeben wird, dann hat Bildung ihren Wert in der Gesellschaft“, so Psychotherapeutin Rotraud Perner in ihrem Referat im Rahmen der BhW-Zukunftsenquete, bei der man sich der Neuausrichtung unter dem Motto „Bildung hat Wert“ widmete.

Genau hier liegt die Chance für die Bildungsarbeit vor Ort – in den Gemeinden und Regionen. „Bei aller Vernetzung, technischen Entwicklung, trotz sozialer Medien weiß man, dass hier viel Seele verloren geht, denn Geräte, Roboter, selbststeuernde Fahrzeuge haben kein Seelenleben“, so Perner. Bei der Bildung geht es um den ganzheitlichen Menschen mit seiner Geschichte, seinem Lebensumfeld, seiner Heimat, seiner Kreativität und seiner Sehnsucht. Soziale Auseinandersetzung hat mit Menschenwürde zu tun und die Grundlage unseres Miteinanders liegt in der Herzensbildung jedes Einzelnen. Wissen – Kultur – Werte, all das ist Bildung. Zu den Werten der westlichen Welt gehören Nächstenliebe, Empathie, Gewaltverzicht, Gerechtigkeit, Freiheit und Weltethos. Manches davon droht verloren zu gehen, aber die Sehnsucht der Menschen nach Werten ist größer denn je. Man weiß, was geleistet wurde, aber im Ist-Zustand ist vieles auf einmal nicht mehr da. Leistungsdruck erzeugt Energieverlust und Krankheiten, und das Ausgebrannte und Erschöpfte in der Gesellschaft macht sich breit. 

Bei allen wissenschaftlichen Expertisen, hochgeistigen Schriften und Studien und einer unendlichen Flut an Ratgeberliteratur findet man in der Einfachheit, in der Reduktion auf das Wesentliche wieder den Sinn – das kann auch auf die Themen Bildung und Lernen angewandt werden. „Es geht um den liebevollen Umgang und um liebevolle Begegnungen“, so Perner.

„Bildung braucht für jeden Menschen einen konkreten Nutzen und damit gibt es einen Mehrwert“, so MMag. Daniela Stampfl-Walch, BhW-Bildungswerkleiterin in Großweikersdorf.

Herzensbildung

Das gegenseitige Mutmachen, Anerkennung aussprechen sind ebenfalls wichtige Faktoren, die vor Ort benötigt werden, und sind ein Teil der Herzensbildung, die ein wichtiger Aspekt der ganzheitlichen Bildung ist. Eine gebildete Gemeinde gibt den Menschen Zusammenhalt und ist so als sozialer Kitt zu sehen. Bildung eröffnet neue Perspektiven und in der täglichen Begegnung und gelebten Auseinandersetzung kann sie zu etwas Großem werden. Doch ist Bildung nicht immer Bildung. Rotraud Perner: „Bildung ist leider im Internet, in den Medien oder im Berufsalltag oft zur schnellen, oberflächlichen Ware verkommen.“
Bildung hat Wert, Bildung braucht Werte: Menschen, die Werte haben, sind Vorbilder und eine Gesellschaft braucht jene dringender denn je. Wir können es täglich leben und erfahren. Wir können einander fördern und unsere Stärken gegenseitig stärken. „Wir müssen wieder lernen, miteinander zu reden und zu hören und uns Orte des Vertrauensaufbauen.“

Stärkung der Ehrenamtlichen

Der einhellige Tenor in der BhW-Zukunftsenquete war, dass das BhW und die Ehrenamtlichen nicht für „Geheimwissen“ stehen, sondern Multiplikatoren für lebensbegleitendes Lernen sind.
„Wichtig ist, dass Ehre eben auch Motivation und Kraft für die vielen Engagierten bedeutet“, so Rotraud Perner bei ihrem Vortrag. „Ehrenamt ist professionell und Hauptamtliche können dies unterstützen.“ Denn Menschen im Bereich Kultur und Bildung denken reflektiert und stellen sich immer die Fragen: Was wird gebraucht? Wo kann man den Nutzen fördern? BhW-Landesvorsitzender Bernhard Fischer betont: „Niederösterreich hat einen großen Schatz mit den Ehrenamtlichen im Bereich Kultur und Bildung. Als Kultur.Region.Niederösterreich bieten wir dafür einen Rahmen zur Unterstützung.“

Grundversorgung

Der Grundauftrag des vor 70 Jahren gegründeten BhW hat sich nicht geändert. Es geht noch immer darum, den Zugang zur freien Bildung zu ermöglichen. „Es gibt viele gesellschaftliche Herausforderungen und das BhW kann bis in die kleinste Gemeinde Anregungen und Antworten liefern“, so Landesrat Mag. Karl Wilfing

Text: Martin Lammerhuber

Dieser Beitrag ist auch in der Ausgabe Dezember 2016/Jänner 2017 der Zeitschrift „Schaufenster der Kultur.Region.Niederösterreich nachzulesen.

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