Blindencafe ab sofort buchbar!

Blindencafe ab sofort buchbar!

 

In einem Blindencafe können sehende Menschen in einem völlig verdunkelten Raum, fallweise auch Augenbinden tragend, Kaffe und Kuchen genießen. Die Bedienung und Abrechnung übernehmen blinde Menschen, die auch aus ihrem Leben erzählen.

 

Die Besucher/innen können so am eignen Leib einen Eindruck davon gewinnen, wie sich das Leben eines blinden Menschen anfühlt, bzw. machen die Erzählungen unserer blinden Kolleg/innen klar, dass es jeden treffen kann!

 

Blind- sein ist kein Einzelschicksal!

 

In Österreich sind 3,9 Prozent der Bevölkerung, also rund 318.000 Personen von einer dauerhaften Sehbeeinträchtigung betroffen. Darunter werden Beeinträchtigungen verstanden, die trotz Brille, Kontaktlinsen oder anderer Sehhilfen bestehen[1]. Der Mikrozensus 1995 wies für Österreich 407.400 sehbeeinträchtigte Personen aus, davon waren 4.600 an beiden Augen blind. Für Wien wurden 88.300 sehbeeinträchtigte Personen gezählt[2].

 

Insofern ist das Blindencafe ist als Sensibilisierungsmaßnahme zu verstehen: Menschen mit Behinderung und die Probleme, die sich dadurch in ihrem Alltag für sie ergeben, sind für nicht- Betroffene viel zu oft nicht sichtbar. Das BEN- Projektteam knüpft an die Durchführung des Blindencafes die Hoffnung, bei den BesucherInnen, durch das eigene Erleben von Blindheit, die Wahrnehmung von Menschen mit Behinderung und ihren besonderen Bedürfnissen zu fördern und somit die Notwendigkeit inklusiver Vorhaben nachvollziehbar zu machen. Darüber hinaus soll mit solchen Aktionen die Aufmerksamkeit  für die Themen Inklusion und Barrierefreiheit generell erhöht werden.

 

Andererseits wird mit der Durchführung eines Blindencafes die Absicht verfolgt,  durch das eigene Erleben der Blindheit das Verständnis für das Leben eines blinden Menschen zu fördern. „ Nichts kann zum Verständnis von Musik mehr beitragen, als sich hinzusetzen und selbst Musik zu machen“. Dieser Ausspruch Leonard Bernsteins steht- in etwas abgewandelter Form- auch hinter dem Blindencafe und seiner Intention Blindheit für sehende Menschen erlebbar zu machen.

 

Nicht zuletzt verfolgt das Blindencafe einen inklusiven Anspruch: Es soll die Möglichkeit bieten, Menschen mit und ohne Behinderung zusammen zu bringen, die in einer ungezwungenen Atmosphäre miteinander in Kontakt kommen und sich austauschen können.

 

Das bisher letzte Blindencafe wurde beim Gesundheitstag der Gemeinde Schweiggers veranstaltet. Den Pressebericht dazu finden Sie unter der Rubrik „Aktivitäten“ bzw. wenn Sie diesem Link folgen.

 

Sind Sie neugierig geworden? Möchten Sie auch bei Ihren Veranstaltungen ein Blindencafe anbieten? Wir freuen uns, unsere lehrreichen Erfahrungen eines Blindencafes weiter zu geben!

 

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an:

 

Ing. Alfred Luger
Regionalbetreuung und Projektmitarbeiter

Bildungs- und Heimatwerk NÖ
Linzerstraße 7
3100 St. Pölten
Tel: +43/676-9173522
a.luger@bhw-n.eu
www.bhw-n.eu

 



[1] Quelle: Bericht der Bundesregierung über die Lage von Menschen mit Behinderungen in Österreich 2008 Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz in Zusammenarbeit mit allen Bundesministerien.

[2] Quelle: Österreichisches Statistisches Zentralamt, 1995

 

11.06.2010