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Bildung vor Ort
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Um aus der Geschichte zu lernen und die Erinnerung zu bewahren, organisiert das Bildungs- und Heimatwerk NÖ (BHW NÖ) bereits zum vierten Mal in Kooperation mit der Gesellschaft für politische Aufklärung auch 2010 eine Studienfahrt zur Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau.
Die Studienfahrt wird vom 27. März bis 2. April 2010 stattfinden; ein wichtiger Teil der Studienfahrt ist das 2-tägige Vorbereitungsseminar, das in Wien und Großrußbach (Weinviertel) abgehalten wird.
Der 27. Jänner, der Tag der Befreiung von Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee 1945 gilt seit einigen Jahren als internationaler Gedenktag an den Holocaust. Auschwitz wurde mittlerweile zu einem Gedächtnisort europäischer, wenn nicht globaler Bedeutung.
" Wie kann man eine Geschichte erzählen, die man nicht erzählen kann, die man aber erzählen muss?" fragt der Schriftsteller und Auschwitz-Überlebende Elie Wiesel.
"Angesichts der auch in Österreich steigenden Aggression gegen soziale, ethnische und religiöse Minderheiten ist die bewusste Auseinandersetzung mit unserer jüngsten Vergangenheit ein wichtiger gesellschaftspolitischer Auftrag", erläutert Projektleiterin Waltraud Riegler das Engagement des BHW NÖ.
Der Name Auschwitz gilt heute als Synonym für die Konzentrations- und Vernichtungslager des nationalsozialistischen Dritten Reiches und die Verbrechen des Holocaust. Ziel der Auseinandersetzung mit Auschwitz ist aber auch die Diskussion von Bezügen zur Gegenwart sowie die Sensibilisierung von möglichst vielen Menschen für das Thema Diskriminierung und Ausgrenzung. Die Studienfahrt eröffnet die Möglichkeit, sich intensiv mit einem der einschneidenden Kapitel unserer jüngsten Vergangenheit zu beschäftigen und dies in einer Gruppe tun zu können: „Wir bieten nicht nur die Organisation der Studienfahrt an, sondern ermöglichen auch die gemeinsame Reflexion der Teilnehmer/innen über Eindrücke und Erfahrungen“, betont Waltraud Riegler. Ein zweitägiges Vorbereitungsseminar, an dem auch ZeitzeugInnen teilnehmen, ermöglicht eine langsame und sensible Annäherung an das Thema. Diese Begegnungen mit Überlebenden von Konzentrationslagern sind ein besonders wichtiger Teil des Konzepts der Studienreise: so wird die Malerin und Schriftstellerin Ceija Stojka über das Schicksal der Roma und Sinti in Auschwitz berichten; die langjährige Vorsitzende der Lagergemeinschaft Ravensbrück, Irma Trksak, wird erzählen, warum sie als Angehörige der tschechischen Minderheit ihre Ausbildung als Lehrerin Ende der 1930er Jahre nicht beenden konnte; der ehemalige Direktor der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, Kazimierz Smolen, wird von seinen Jugendjahren berichten, als er als politischer Häftling nach Auschwitz deportiert wurde und Zeitzeuge Alexander Deutsch wird erklären, warum er als junger Mensch mit seinen Eltern nach Südamerika emigrieren musste.
Die Studienfahrt bietet eine der letzten Gelegenheiten, Überlebende der Nazidiktatur und der Vernichtungslager zu treffen und deren bewegenden Schicksale kennen zu lernen.
In der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau erhalten die TeilnehmerInnen Spezialführungen, u.a. durch die Kunstsammlungen und das sonst nicht zugängliche Archiv: „Die Teilnehmer/innen haben die Möglichkeit sich intensiv und differenziert mit dem Thema zu beschäftigen, jenseits von Infotainment und Pauschalierung", erklärt die Politologin Karin Liebhart (Gesellschaft für politische Aufklärung) das Konzept der Studienreise.
Das Angebot der Studienfahrt richtet sich bewusst an Personen jeden Alters, unabhängig von politischer Einstellung, sozialem bzw. beruflichem Hintergrund und Religionszugehörigkeit. Das 2-tägige Vorbereitungsseminar in Wien und Großrußbach steht allen Interessierten offen.
Auch André Heller unterstützt die Initiative des BHW NÖ: „Eine Reise zur Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau gehört sicherlich zum Sinnvollsten, das ich mir als Erfahrung, besonders für junge Menschen, vorstellen kann. Dem BHW NÖ gebührt großer Dank.“
Die Teilnahmegebühr für die einwöchige Studienfahrt beträgt € 490,--, für StudentInnen € 430.--. Es gibt noch freie Plätze.
Nähere Infos und Anmeldung:
Waltraud RieglerBHW NÖ - Bildungs- und Heimatwerk Niederösterreich
Schimmelgasse 13-151030 Wien
01/ 533 18 99-10E-Mail: w.riegler@bhw-n.eu
www.bhw-n.eu
Karin Liebhart
Gesellschaft für politische Aufklärung
c/o Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien
Universitätsstraße 7/2
1010 Wien,
Tel.: 01/4277-47739
E-mail: karin.liebhart@univie.ac.at
www.uibk.ac.at/gfpa/
27.01.2010
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